Geschichte

Geschichte der evang.-luth. Kirchengemeinde Hasloch

Das erste Gotteshaus in Hasloch war eine Kapelle, deren Grundstein im Jahr 1307 gelegt wurde. Zuvor mussten die Haslocher und Hasselberger zum Gottesdienst in die Mutterkirche nach Eichel, heute ein Ortsteil von Wertheim, den Main aufwärts gelegen. Wegen Hochwasser war das allerdings oft unmöglich. Der Bischof von Würzburg stimmte aus diesem Grund der Errichtung der Kapelle zu und ermächtigte den Abt von Bronnbach, in seinem Namen den Grundstein zu legen.

Schon in den Jahren 1354/59 wird die Kapelle zur Kirche erweitert, die Gemeinde von der Pfarrei Eichel abgetrennt und Hasloch zur vollen Pfarrei mit Tauf- und Beerdigungsrecht erhoben. Als Graf Georg II. von Wertheim in seiner Grafschaft die Reformation einführte – er war Luther auf dem Reichstag von Worms 1521 als Vertreter des Grafenstandes begegnet, kam mit Konrad Zeuner noch vor 1530 der erste evangelische Pfarrer nach Hasloch.

Bis zum Jahr 1662 war die Kirche so baufällig geworden, das sich die Gemeindeoberen von Hasloch an das baupflichtige Chorstift von Wertheim mit der Bitte um Abhilfe wandten. Wegen Geldmangels wurde die Kirche aber nur gründlich instandgesetzt und nicht neu gebaut. Das Holz wurde von der Gemeinde Hasloch geliefert.

Im Jahr 1840 war die Kirche wieder in einem so schlechten Zustand, dass ein Neubau unbedingt erforderlich schien. Am 26. April wurden in der alten Kirche zum letzten Mal die Kinder konfirmiert und schon einen Tag danach begann man mit dem Abbruch. Der Plan zur neuen Kirche wurde durch Bauinspektor Mosbrugger aus Wertheim gefertigt, das Chorstift Wertheim stellte die Geldmittel zur Verfügung und von den Gemeinden Hasloch und Hasselberg wurden als Hand- und Spanndienste die Baumaterialien zur Baustelle gebracht. Während der Bauzeit fand der Gottesdienst im benachbarten Rathaussaal statt, auf dessen Speicher auch die beiden Glocken aufgehängt wurden.

Nur noch ein Teil der Mauer der alten Kirche zum Pfarrhaus zu blieb stehen, ansonsten wurde die St. Johanniskirche vergrößert und ganz neu errichtet.
1843 wurde sie dann unter großer Beteiligung der ganzen Bevölkerung eingeweiht. Heute zeigt sich die St. Johanniskirche nach mehreren Renovierungen nahezu wieder im Originalzustand.

Aus der ehemaligen Kirche herübergerettet und auch heute noch zu bestaunen sind zwei Altarflügel aus dem 15. Jahrhundert, die auf der einen Seite die Verkündigung der Geburt Christi an Maria darstellen, auf den Rückseiten sind St. Margaretha und St. Barbara. Der Opferstock am vorderen Eingang ist aus Buntsandstein und trägt die Jahreszahl 1702, der schöne barocke Taufstein stammt aus dem Jahr 1707.

Neben der St. Johanniskirche steht das 1888 erbaute Pfarrhaus und das Gemeindehaus, das 1966 anstelle der alten Pfarrscheune errichtet wurde. Hier treffen sich die Gruppen und Kreise der Gemeinde.